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AKTUELLES 15. JUNI 2020
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Corona und das Bauen an sich

Wir haben alle die Herausforderung Covid-19 noch nicht bewältigt, da sich seit Auftreten des Virus die grundsätzlichen Voraussetzungen nicht veränderten. Geändert hat sich unser Verhalten angesichts dieser Herausforderung. Gegenüber den Vertretern anderer Industriezweige - allen voran die Autoindustrie, die ein "Weiter so" mit den üblichen Konjunkturspritzen propagiert - fällt das Auftreten der Interessensvertreter aus der Bauwirtschaft in diesen Tagen aber eher bescheiden aus. Wohl gibt es mittlerweile ein Positionspapier der Aktion "Impulse für den Wohnungsbau" zur Wohnungsbaupolitik nach der Corona-Krise, doch besonders laut wurde dieses nicht kommuniziert.

In der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik war es nie Art der Bauwirtschaft, auf ihre Relevanz hinzuweisen. Die Republik galt als fertiggebaut, den Rest sollte seit Mitte der 1980er Jahre der Markt regeln. Daher wurden in und für diese Branche nie zweistellige Renditeerwartungen formuliert. Durchgestylte Start-ups mit glattgebügeltem Auftritt waren hier nicht zu erwarten. Zu komplex ist dieses Bauen, zu staubig obendrein. Zudem galt und gilt das Bauwesen als die innovationsträgste Branche überhaupt.

Was also machen die Menschen im Bauwesen in Corona-Zeiten? Weiterbauen, ohne wirklich darüber zu reden, anstatt die Hände in den Schoß zu legen und auf die globalen Verhältnisse zu verweisen. Wettbewerbe werden weiter umgesetzt, Planstände eingefordert, Behinderungsanzeigen verfasst, Verzögerungen angemahnt und Fristen gesetzt. Und weiter wird das Bauen mit Holz nicht so propagiert, wie es angemessen und notwendig wäre. Von daher: Alles wie gehabt.

Frühzeitig wurde in Werken und auf Baustellen auf Corona reagiert und umsichtig gehandelt. Sicher kam es hier und da zu Engpässen und Verzögerungen, doch im Großen und Ganzen konnte weitergebaut werden. Unternehmen der Holzwirtschaft haben in ihren Internetauftritten sogar darauf hinweisen können (oder müssen?), dass sie weiterhin und gewohnt zuverlässig zu liefern in der Lage sind.

Vielleicht zwingt die Corona-Krise doch zu einem Nachdenken dahingehend, nicht jede Komponente eines komplexen Produktes möglichst günstig in Fernost herstellen und just in time liefern zu lassen. Das Bauwesen funktioniert vor allem aufgrund von regionalen Produktions- und Lieferketten, ganz im Sinne von "Think global, act local!". In der Konsequenz ergibt sich eine auf den regionalen Kontext bezogene Wertschöpfung zugunsten aller Beteiligten. Und Corona hat deutlich gemacht, dass diese kurzen Ketten weniger krisenanfällig sind als die globalen.

Diesen Umstand mit der Tatsache abzugleichen, dass das Volumen der Baubranche dem der anderen Schlüsselbranchen in nichts nachsteht, sollte Anlass für Gesellschaft und Politik sein, allen am Bau Beteiligten - von den Baustoffherstellern bis zur Kolonne der Bauendreiniger - Wertschätzung entgegen zu bringen.

Dabei ist dieses Plädoyer zugunsten einer regionalen Wertschöpfung keine Verurteilung des globalen Handels. Der wurde schon immer betrieben; doch nie wurden Wirtschaftssysteme so leichtsinnig in ihren auf Kurzfristigkeit und Ausschließlichkeit angelegten Strategien ohne Redundanzen entwickelt und betrieben. Netzwerke, die sich darauf verließen, hatten in der Regel zu diesem Zeitpunkt ihre Blütezeit hinter sich gelassen.

Von daher: Nicht eine Branche allein ist systemrelevant. Systemrelevant sind die Menschen, die unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Miteinander überhaupt möglich machen. Zu fordern ist, nicht Beharrlichkeit in der Sache, sondern die Umsetzung anpassungsfähiger, weil nachhaltiger Konzepte zu fördern. Dazu gehört - auch wenn das noch nicht alle hören wollen - vor allem das Bauen mit Holz!

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Ludger Dederich


© werk.um/Thomas Ott


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© Foto: Arnim Seidel

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