Landesgartenschau in Wangen

Zwei innovative Holzbauten der Uni Stuttgart

Vom 26.04. bis zum 6.10.2024 findet die Baden-Württembergische Landesgartenschau in Wangen im Allgäu statt. Besondere Aufmerksamkeit erregen hier zwei spektakuläre Forschungsgebäude des von Prof. Achim Menges geleiteten Instituts für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung an der Uni Stuttgart. Beide Ausstellungsbauten sind für eine dauerhafte Nutzung an ihren Standorten vorgesehen.

Hybrid-Flachs-Pavillon
Der zentral gelegene Ausstellungsbau zeigt erstmals eine Holz-Naturfaser-Hybridkonstruktion als Alternative zu konventionellen Bauweisen. Die in dieser Form einzigartige Konstruktion kombiniert schlanke Brettsperrhölzer mit robotisch gewickelten Flachsfasern in einem ressourcenschonenden Tragsystem aus biobasierten Bauwerkstoffen. Die 20 Hybridbauteile wechseln sich mit herkömmlichen Holzelementen ab und bilden die charakteristische wellenförmige Struktur des Daches. Die Vor-Ort-Montage aller Deckenelemente wurde in nur acht Tagen abgeschlossen.

Wangen-Turm
Der 23 Meter hohe Turm ist das architektonische Wahrzeichen der Landesgartenschau. Es ist der weltweit erste begehbare Aussichtsturm, der gekrümmte großformatige Bauteile verwendet, die sich durch das Schwinden des Holzes selbsttätig formen. Seine Konstruktion besteht aus zwölf tragenden, gebogenen Brettsperrholzsegmenten (BSP) mit einem Querschnitt von nur 130 mm. Die globale Geometrie des Turms, kombiniert mit den lokalen Krümmungen der BSP-Elemente, führt zu einem flächenaktiven Holztragwerk, das die entscheidenden horizontalen Windlasten trägt und dem Turm seine markante, gewundene Silhouette verleiht. Die Krümmung gibt den Bauteilen dabei zusätzliche Steifigkeit.

 

(© ICD/ITKE/IntCDC Uni Stuttgart)

(© ICD/ITKE/IntCDC Uni Stuttgart)

(© ICD/ITKE/IntCDC Uni Stuttgart)

(© ICD/ITKE/IntCDC Uni Stuttgart)