Die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne untersucht anhand historischer und aktueller Beispiele die Potenziale und Widersprüche, die ein „Bauen auf Baum“ in Architektur und Landschaftsarchitektur mit sich bringt. Sie beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der Langsamkeit, mit der Bäume wachsen, und der Dringlichkeit, Antworten auf ökologische und gesellschaftliche Fragen zu finden.
Projektbeispiele aus verschiedenen kulturellen Kontexten und Klimazonen zeigen, dass ein Paradigmenwechsel – weg vom Entwerfen fertiger Objekte hin zum Gestalten von Prozessen – erforderlich ist, um eine langfristig tragfähige Beziehung zwischen Bäumen und Bauwerken zu etablieren. Beispiele der Integration von Bäumen und Natur innerhalb der gebauten Umwelt werden vorgestellt: Von der auf Alleen gegründeten Stadtplanung von Canberra von 1912 bis zum Oerliker Park in Zürich, der für eine flexible, auf die Änderungswünsche der Bevölkerung reagierende Entwurfsstrategie steht. Vom Baumhaus, das Otto Hoffmann 1970 in Darmstadt entwarf, bis zum nach wie vor kontrovers diskutierten ‘Bosco Verticale’ in Mailand von Stefano Boeri oder dem aktuellsten Beispiel, den bepflanzten Dachterrassen in Berlin von Grüntuch Ernst Architeken.