Im Neubau der Karl-Kessler-Schule in Aalen kommen Holz-Beton-Verbunddecken mit Kernverbund zum Einsatz, bei denen der spätere Rückbau konstruktiv berücksichtigt ist. Im Mittelpunkt steht eine neu zugelassene, rückbaubare Abhebesicherung: Sie lässt sich nach der Nutzungsphase identifizieren, freilegen und entfernen. Dadurch können Holz, Beton und Verbindungsmittel sortenrein getrennt und für Weiterverwendung oder Recycling separiert werden.
Der Kernverbund bleibt in seiner Funktionsweise unverändert: Die Lastübertragung erfolgt überwiegend über die Geometrie der Verbindung, was der Decke eine hohe Steifigkeit verleiht und das Schwingverhalten positiv beeinflusst. Neu ist, dass die Sicherungsschrauben nicht den Schubverbund übernehmen, sondern der Abhebesicherung dienen und so ausgeführt sind, dass sie den Rückbau nicht blockieren. Über die Einbindetiefe in Beton und Holz lässt sich die Ausführung zudem anpassen, wodurch die Anzahl der erforderlichen Abhebesicherungen und Schrauben reduziert werden kann.
In den Ebenen E0 bis E3 werden rund 2.350 Quadratmeter HBV-Decken realisiert. Die Fertigteildecken spannen etwa acht Meter und lagern auf blockverleimten Holzträgern. Insgesamt kommen rund 5.600 rückbaubare Verbinder zum Einsatz. Der Schulneubau soll im Sommer 2026 abgeschlossen sein.