Mit dem neuem V-Bau hat die Technische Hochschule Rosenheim als eine der ersten Hochschulen in Bayern ein Bauprojekt in eigener Bauherrenverantwortung realisiert. Trotz KfW-40-Standard und angestrebter DGNB-Silber-Zertifizierung lagen die Baukosten mit rund 7.5 Mio. Euro nach Angaben der Hochschule etwa 20 Prozent unter den staatlichen Regelkosten vergleichbarer Hochschulbauten.
Grundlage dafür war eine konsequent auf Funktionalität, Suffizienz und Wirtschaftlichkeit ausgerichtete Planung. Aufgrund schwieriger Baugrundverhältnisse und hoher Grundwasserstände wurde das Gebäude konstruktiv neu organisiert: Große Lehr- und Bewegungsflächen mit hohen Spannweiten befinden sich in den oberen Geschossen, kompakte Bürobereiche darunter. Gleichzeitig wurde das Gebäude oberhalb der sogenannten Jahrhundertwasserlinie angeordnet, wodurch aufwendige Wasserhaltungsmaßnahmen im Grundbau vermieden werden konnten. Um dennoch vier Geschosse unterhalb der zulässigen Gebäudehöhe zu realisieren, kamen statisch optimierte Deckenkonstruktionen zum Einsatz.
Aufgrund der Baugrundverhältnisse entstand der Neubau auf einem in Beton ausgeführten Sockelgeschoss. Planung und Umsetzung erfolgten interdisziplinär innerhalb der Hochschule unter Einbindung der Fachbereiche Holzbau, Statik, Bauplanung sowie Energie- und Gebäudetechnik. Dank des hohen Vorfertigungsgrads konnte der Holzbau einschließlich Dach innerhalb von vier Wochen errichtet werden. Flexible Grundrisse sollen zudem eine spätere Umnutzung des Gebäudes ermöglichen.