Wir haben an dieser Stelle bereits öfters auf Bauwerke des japanischen Architekten Kengo Kuma hingewiesen, der weltweit als Meister der Holzbaukunst gilt. Sein Schaffen zielt darauf ab, die Natur durch Architektur erlebbar zu machen, indem er Grenzen zwischen Innen- und Außenräumen auflöst. Er verwebt traditionelle japanische Handwerkskunst, wie komplexe Holzverbindungen ohne Nägel, mit moderner Computertechnologie.
Im Berliner Museum für Architekturzeichnung, der Tchoban Foundation, lohnt es bis zum 13. September 2026 eine Ausstellung zu besuchen, die sich den Handzeichnungen Kumas widmet. Die gezeigten Arbeiten geben Einblick in den kreativen Prozess des Architekten. Bei den Zeichnungen handelt es sich nicht um bloße Skizzen oder Vorstudien, sondern um eigenständige Werke, in denen sich Ideen, Bewegungen und räumliche Konzepte verdichten.
In der Ausstellung finden diese Zeichnungen ihre Ergänzung in den Fotografien von Erieta Attali. Die Griechin teilt mit Kuma ein ästhetisches Verständnis von Architektur, Raum und visueller Wahrnehmung. Sie hat zahlreiche Bauwerke Kumas künstlerisch interpretiert. Ihre Bilder lenken die Aufmerksamkeit auf Licht, Schatten und Textur und machen sichtbar, wie sich Kumas Linien in realen Räumen entfalten.