2. Internationaler Kongress Holz | Bau | Wirtschaft (HBW2020)

Am 18. und 19. März 2020 in Bad Wörishofen

Prozesse im Holzbau - effizient, fundiert und optimiert
Konzepte für Planung, Produktion, Baubetrieb und Bauwirtschaft

In der primär technologiegetriebenen Evolution des Holzbaus, welche sich in den vergangenen Jahren hauptsächlich auf der Produkt- und Herstellungsebene darstellte, wurde der Entwicklung von speziell für den Holzbau adaptierten bau- und betriebswirtschaftlichen Grundlagen bzw. zugehörigen einfach handhabbaren Werkzeugen lange Zeit keine ausreichende Beachtung geschenkt bzw. diese gänzlich vernachlässigt. Ebenso wurde im Bereich der Prozessoptimierung zwar eine enorme Effizienzsteigerung puncto Kapazitäten in den Produktionsunternehmen bzw. Zulieferindustrien des Holzbaus erreicht, jedoch diese Prozesse vor Ort - auf der Baustelle - lediglich in Ansätzen betrachtet und demnach bisher keiner Optimierung unterzogen. Das Resultat hiervon ist ein Holzbau-Prozess, welcher - technisch betrachtet - auf hohem Standard angesiedelt ist und aufgrund der kurzen Bauzeit zwar in sich optimiert scheint, aber gemeinsam mit sämtlichen anderen Gewerken enormes Potenzial aufweist und in den nächsten Jahren einer gesamtheitlichen Standardisierung sowie Prozessoptimierung bedarf.

Daneben besteht speziell im Holzbau aufgrund zahlreicher Produktneuerungen flächendeckend ein eklatantes Informationsdefizit, welches sich sowohl aus einem Mangel an zuverlässigen und fundierten Daten betreffend Planungs- und Ausführungszeiten, Kalkulationsgrundlagen und auch Ausschreibungskenntnissen sowie Dokumentationstools ergibt.

Der vermehrte Einsatz von (teil-) automatisierten Maschinen und Produktionsanlagen, neuartiger (Halb-) Fertigteile sowie komplexer Softwarelösungen hat neben den technologischen Implikationen des Holzbaus auch tiefgreifende Auswirkungen auf das bauwirtschaftliche Umfeld im Gesamtprozess. Dies spiegelt sich neben den technischen Systemlösungen vor allem in der Kostenplanung, der Ausschreibung und der Kalkulation sowie letztlich auch im Bauvertrag wider. Demnach kommt den bauwirtschaftlichen Themenfeldern in Kombination mit den oftmals augenscheinlich auftretenden Kostenfallen im Holzbau - in Abhängigkeit der Konstruktionsweise - künftig ein verstärktes Augenmerk zu.

Bekommt der Holzbau seine Prozesskosten noch besser in den Griff, erfolgt eine gerechte Gesamtbewertung über die Lebensdauer eines Bauwerkes und werden die ökologischen Vorteile mit einbezogen, wird der Steigerungslauf der letzten Jahre weiter fortgesetzt und HOLZ der Bau- und Werkstoff des 21. Jahrhunderts werden.