Waldbesitzer fordern kräftigen Schwung für urbanen Holzbau zum Tag des Waldes

Nachhaltige Forstwirtschaft sorgt für Bereitstellung des Rohstoffes Holz

Nach Auffassung von Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW - Die Waldeigentümer leistet das gesamte Cluster Forst und Holz einen großen Beitrag zum Klimaschutz in Deutschland. Dies teilte zu Guttenberg anlässlich des internationalen "Tag des Waldes" am 21. März mit. Er forderte die Bundesregierung auf, den für den Klimaschutz wichtigen Rohstoff Holz in den Fokus zu nehmen und den Holzbau in Deutschland zu stärken. "Deutschland braucht eine Holzbau-Charta, die diesem nachhaltigen Rohstoff im Bausektor einen größeren Stellenwert gibt", sagte er.

Zu Guttenberg machte zum "Tag des Waldes" deutlich, dass die Forstwirtschaft in Deutschland mit ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung sowohl für die Vitalität der Wälder als auch für die Bereitstellung des Rohstoffes Holz sorge. Dabei tragen Wald und Holz gemeinsam zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Allein im Bausektor werden jedes Jahr durch die Verwendung von Holz rund 75 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart; und durch die energetische Verwertung von Holz wird die Atmosphäre um weitere 30 Millionen Tonnen CO₂ entlastet. Dieser Substitutionseffekt durch Holz entspricht einer Absenkung der jährlichen Emissionen in der Bundesrepublik von rund 12 Prozent.

Vor dem Hintergrund der UN-Klimakonferenz, die viel Hoffnung gemacht habe, und den dort propagierten Klimaschutzzielen sei es schwer zu verstehen, warum das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) nicht stärker auf den Holzbau setze. Zu Guttenberg verwies auf die niedrige Holzbauquote, die in Deutschland im Bereich der privaten Wohngebäude gerade mal bei rund 15 Prozent liege, in Österreich dagegen bei 39 und in Schweden gar bei 55 Prozent. "Statt sich politische Denkmäler in Form von Nationalparks zu setzen, sollte das Bauministerium ein sichtbares Zeichen in Form von Holzhochhäusern in den urbanen Räumen setzen", so zu Guttenberg.

Das Ministerium könnte mit entsprechenden Richtlinien dem urbanen Holzbau einen kräftigen Schwung verleihen. Gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden Booms in der Bau- und Immobilienbranche hätte der Bau von Holzhäusern eine große Chance. Zu Guttenberg: "Diese Chance gilt es zu nutzen. Wer den Klimaschutz ernst nimmt, sollte auf nachhaltiges Bauen setzen." - Der 21. März wurde erstmals 1971 Jahren von der FAO (Food and Agriculture Organization oft the United Nations) als "Tag des Waldes" ausgerufen. Dies geschah als Reaktion auf die globale Waldvernichtung. Mit knapp vier Milliarden Hektar bedecken Wälder noch rund 30 Prozent der Erdoberfläche. - Während sich - ausgehend von Deutschland - seit über 300 Jahren eine nachhaltige Forstwirtschaft in vielen Teilen Europas etabliert hat, sind die Regenwälder weiterhin durch Raubbau und Klimawandel gefährdet. - Ende des Jahres 2012 wurde auf Beschluss der UN-Generalversammlung der 21. März eines jeden Jahres zum "Tag der Wälder" auf internationaler Ebene erklärt.

AGDW-Präsident Philipp zu Guttenberg (Foto: mh)