Stoffliche Nutzung von Laubholz soll forciert werden

FNR fördert Studie zur Erforschung von Marktpotenzialen

Das prognostizierte Laubholzüberangebot sowie der erwartete Rückgang an Nadelholz sorgen für Unruhe in der Forst- und Holzbranche. Laubbäume werden im Waldbau verstärkt eingesetzt, um naturnahe Waldbestände zu schaffen. Obwohl Laubholzarten fast die Hälfte der Waldfläche bewachsen, spielt Laubholz auf dem Holzproduktmarkt eine untergeordnete Rolle. Nur rund zehn Prozent des anfallenden Laubholzes gelangen in die stoffliche Nutzung, 80 Prozent werden energetisch genutzt. Hinzu kommt, dass der Anteil höherwertiger Güteklassen am gesamten Laubholzeinschlag der Forstbetriebe bisher selten 15 Prozent übersteigt. In zwei Vorhaben widmen sich Experten nun den Potenzialen von Laubholz und wollen neue Wege finden, um deren vermehrten stofflichen Einsatz zu fördern.

In dem Vorhaben "Marktpotenziale von Laubholzprodukten aus technisch-wirtschaftlicher und marktstruktureller Sicht" will das Beratungsunternehmen Knauf Consulting GbR, in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Arno Frühwald, die Marktpotenziale von Produkten, die ganz oder teilweise aus Laubholz hergestellt werden, untersuchen. "Unsere Analyse erfolgt im Wesentlichen in drei Schritten. Zunächst untersuchen wir den Status Quo, das heißt, wir stellen fest, wo Laubholz bereits stofflich genutzt wird. Darauf aufbauend entwickeln wir Verwendungsszenarien bis 2030, mit Abschätzungen bis 2050. Dabei berücksichtigen wir die zukünftigen Holzpotenziale als auch die technischen Entwicklungen bei Laubholzprodukten. Im dritten Schritt schließlich führen wir zur Konkretisierung der Ergebnisse für relevante Produktgruppen, wie Vollholzprodukte, Sperrholz- oder Span- und Faserplatten, die im Baubereich oder für Möbel verwendet werden, eine technische, wirtschaftliche und marktstrategische Analyse durch", erklärt Diplom-Holzwirt Dr. Marcus Knauf das Vorhaben.

Laubholz-Mischsortimente stehen im Fokus des Verbundvorhabens "Verwertungsorientierte Untersuchungen an geringwertigen Laubholz-Sortimenten zur Herstellung innovativer Produkte". "Um die zu erwartende Rohholzverknappung zu entschärfen, wollen wir Nutzungsalternativen für geringwertige Laubholz-Mischsortimente, die bisher kaum verwendet werden, identifizieren", so Professor Dr. Hermann Spellmann, Direktor der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) und Koordinator des Vorhabens. Dazu wollen die Verbundpartner, darunter neben der NW-FVA die Georg-August-Universität Göttingen und die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung, die gesamte Wertschöpfungskette verfügbarer Laubholzsortimente analysieren. Ziel des Vorhabens ist eine baumartenspezifische Bilanzierung der Laubholzvorräte und eine Quantifizierung der Nutzungspotenziale für die kommenden 50 Jahre. Ebenfalls soll eine Einschätzung der zu erwartenden Stärkeklassen- und Güteklassenanteile erfolgen. Schließlich sollen innovative und marktfähige Holzprodukte sowie Arbeitsverfahren basierend auf minderwertigen gemischten Laubholzsortimenten entwickelt werden, um so die Wertschöpfung dieser Sortimente zu erhöhen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die beiden Vorhaben im Rahmen des Förderschwerpunkts "Nachhaltige Waldwirtschaft" über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR). Informationen zum Vorhaben "Marktpotenziale von Laubholzprodukten aus technisch-wirtschaftlicher und marktstruktureller Sicht" stehen in der Projektdatenbank der FNR zur Verfügung.

Sucht Abnehmer aus dem stofflichen Sektor: Buchenstammholz.
(Foto: M. Hölzel)