Herausforderungen in der Sägeindustrie nehmen zu

Branchenverband legt Ergebnisse aus aktueller Studie vor

Mit ihren rund 2.000 Betrieben ist die Sägeindustrie in Deutschland äußerst heterogen. Eine vom Bundesverband DeSH durchgeführte Studie zeigt jetzt: Die Branche denkt um, nutzt aber bei weitem noch nicht alle Potenziale. So sei die Versorgungslage mit Rundholz besser als bei der letzten Umfrage 2010, jedoch nicht aufgrund erhöhter Verfügbarkeit, sondern weil die Kapazitäten bewusst reduziert wurden, so der Verband. Viele Betriebe hätten verstanden, dass Erlöse nicht weiter über die Menge, sondern über eine höhere Wertschöpfung und das Besetzen von Nischen zu erzielen sind. Ablesen lasse sich dieser Trend symptomatisch an der Produktionsverschiebung vom Bauholz hin zu Konstruktionsvoll- und Brettschichtholz sowie zu Verpackungsware.

Allerdings seien die Potenziale einer qualitativen und spezialisierten Produktionspolitik noch längst nicht ausgeschöpft: So verfügten bislang lediglich 30 Prozent der Betriebe überhaupt über eine eigene Weiterverarbeitung und die Verwertung von Nebenprodukten spielten vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Weitere Ergebnisse zeigen, dass die Konkurrenz innerhalb der Branche hart ist. Neben der anhaltenden Sorge um Rohstoffsicherung und Überkapazitäten sehen sich die Betriebe den Problemen bei der Feuerversicherung und einem Mangel an Fachkräften gegenüber. Die Studie zeige, dass noch viele Herausforderungen vor der Sägeindustrie lägen. Insbesondere bei der Implementierung von Management-Tools und der vernetzten Wertschöpfung im Sinne der Industrie 4.0 stehe man noch am Anfang.

Die Versorgung mit Rundholz ist für die Säegwerke nur eine von vielen aktuellen Herausforderungen. (Foto: M. Hölzel)