Aktionsplan Holz in der Schweiz wird fortgeführt

Mehr als 100 Projekte in vier Jahren

Holz ist einer der wichtigsten natürlichen Rohstoffe der Schweiz. Darum engagiert sich der Bund seit 2008 mit der Ressourcenpolitik Holz für eine nachhaltige Bereitstellung und effiziente Verwertung von Holz aus dem Schweizer Wald. Der Aktionsplan Holz setzt diese Politik um. Zwischen 2009 und 2012 wurden über hundert Projekte unterstützt. Zum Abschluss dieser ersten vierjährigen Phase publiziert das Bundesamt für Umwelt BAFU ein Magazin mit einer Bilanz zum Programm und seinen Projekten. Der Aktionsplan Holz wird bis 2016 weitergeführt.

Die Ressourcenpolitik Holz des Bundes zielt darauf ab, das Potenzial des Schweizer Waldes auszuschöpfen - mit Respekt vor der Natur, aber auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit (siehe Kasten). Mit dem Aktionsplan Holz, der die Ressourcenpolitik umsetzt, wurden zwischen 2009 und 2012 über hundert Projekte unterstützt. In diesen Projekten wurde die gesamte Wertschöpfungskette vom Wald bis zur Holzverwertung berücksichtigt. Beispielsweise wurden allein zu Laubholz zehn Projekte bearbeitet: Studien zu Vermarktungsstrategien, Entwicklungsarbeiten für Brettschichtholz, eine Leichtbauplatte oder das zweigeschossige Gebäude „Woodstock" aus Buche an der Swissbau 2010. Weiter lancierte das BAFU im November 2011 die Kampagne „Stolz auf Holz", um die Akzeptanz für eine intensivere Holznutzung zu verbessern.

Die Schwerpunkte des Aktionsplans sind die Erarbeitung von Datengrundlagen, Sensibilisierung von Waldbesitzern zur vermehrten Holznutzung und Bauwirtschaft zur Verwendung von Holz als Baumaterial, Information der Bevölkerung, Verwertung von Laubholz, technische Grundlagen für mehrgeschossige Bauten sowie Rahmenbedingungen und Abstimmung mit Partnern.

Ein Grossteil der im Rahmen des Aktionsplans Holz lancierten Projekte stammte aus dem Holzbau. Dies hat die insgesamt positive Entwicklung in diesem Bereich weiter befördert. Da der Bund neue Brandschutzvorschriften unterstützt hat, sind seit 2005 bis zu fünfgeschossige Holzbauten möglich. Dies hat ein neues Marktsegment eröffnet. Der Marktanteil des Holzbaus in mehrgeschossigen Gebäuden nahm von 2005 bis 2011 von 3,6 auf 5,9 Prozent zu. Holz hat in urbanen Gebieten neue Märkte erobert - bei Neubauten, Bauerneuerungen, Aufstockungen und Sanierungen. Diese Entwicklung ist insbesondere im Zusammenhang mit knapper werdenden Baulandreserven im urbanen Raum und der daraus folgenden Verdichtung von Bedeutung.

Rund 13 Mio. CHF wurden in Projekte der sieben Schwerpunkte investiert. Fast die Hälfte davon ging in die Weiterentwicklung von Holzbausystemen, um Grundlagen für technische Innovationen zu schaffen. Rund 1,5 Mio. CHF flossen in die Erarbeitung von Datengrundlagen, bsp. zum Thema Holznutzungspotenzial im Schweizer Wald. Ungefähr gleich viele Mittel wurden eingesetzt für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie für die Laubholzverwertung, etwa bei der Erschliessung neuer Verwertungs- und Anwendungsmöglichkeiten für Laubholz. Massnahmen zur Sensibilisierung von institutionellen Bauherren banden etwas weniger Mittel. Rund 3 Mio. CHF wurden für übergeordnete Aufgaben verwendet, etwa das Management des Programms und die Kommunikation.

Aufgrund der positiven Ergebnisse hatte das BAFU im vergangenen Sommer beschlossen, den Aktionsplan Holz bis 2016 weiterzuführen. Mit den Schlüsselthemen „Nutzung natürlicher Ressourcen", „Erneuerbare Energien" und „Klimawandel" leistet er einen Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes. Für die Umsetzung bleiben in der zweiten Phase des Aktionsplans Holz sechs der bisherigen Schwerpunkte bestehen, die inhaltlich leicht angepasst werden. Die künftigen Projekte geben die Gelegenheit, die Resultate zu vertiefen und bekannter zu machen. Die Innovationskraft der Branche soll gestärkt werden. Nach wie vor wird es wesentlich sein, die Endverbraucher von Holz in Form von Bauten, Bauteilen oder auch Energie aus Holz für die Möglichkeiten dieses nachwachsenden Rohstoffes zu sensibilisieren.

Ressourcenpolitik Holz ist aktueller denn je

Die Ressourcenpolitik Holz wurde unter der Federführung des BAFU 2008 gemeinsam mit dem Bundesamt für Energie (BFE) und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sowie unter Einbezug der relevanten Akteure (Branchenverbände, Kantone, Hochschulen und Umweltverbände) im Hinblick auf das Zieljahr 2020 entwickelt.

Die Ressourcenpolitik Holz ist immer noch gültig. Ihr Hauptziel: Holz aus dem Schweizer Wald wird nachhaltig bereitgestellt und ressourceneffizient verwertet. Weitere Ziele sind:

  • Das nachhaltige Holzpotential des Schweizer Waldes wird ausgeschöpft.
  • Die Nachfrage nach Holzprodukten in der Schweiz nimmt zu.
  • Die Verwertung von Energieholz nimmt zu.
  • Die Ressource Holz wird mehrfach genutzt (Kaskade: Bau, Werkstoff, Energie).
  • Holz gewinnt an Innovationskraft und Wertschöpfung.
  • Die Abstimmung mit anderen wichtigen Partnern und Akteuren ist gesichert.